Outsourcing

China: Dienstleister verlieren an Boden

Einheimische Logistikdienstleister haben in den Augen der Kunden in China ihren Abstand zu den internationalen Logistikkonzernen etwas verringert. Insgesamt ist das Vertrauen in die Dienstleister jedoch eher niedrig. Viele Unternehmen machen ihre Logistik deshalb lieber selbst.

Chinesische Logistikdienstleister verbessern zunehmend ihr Transport- und Lagerwesen sowie die Überwachung der Supply Chain. Das führt zu einer höheren Zufriedenheit der Kunden in China (Plus 7 Prozent). Internationale Logistikdienstleister verlieren hingegen bei der Zufriedenheit (minus 8 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Beratungsunternehmens PwC unter 200 in China aktiven Unternehmen der Branchen Handel, Konsumgüter, Automobil und Maschinenbau.

Selbst machen statt kaufen

Allerdings führt die wachsende Zufriedenheit überraschenderweise nicht zu einer wachsenden Fremdvergabe von Logistikdienstleistungen. Im Gegenteil: Im Vergleich zu 2011 ist der Anteil der Unternehmen, die ihre Transporte an externe Dienstleister vergeben, gesunken. Fast ein Viertel (24 Prozent) wickelt Transporte in Eigenregie ab. 2011 waren es noch 19 Prozent. Geht es um die Lagerhaltung steigt der Einsatz von externen Dienstleistern – allerdings haben hier nach wie vor nicht-chinesische Anbieter die Nase vorn. Intern wird die Lagerhaltung jedoch nach wie vor noch von über einem Drittel (35 Prozent) abgewickelt.

Kein Vertrauen in chinesische Kontraktlogistiker

Erstaunliche Ergebnisse gibt es vor allem bei der Vergabe von Mehrwertdienstleistungen an Logistikdienstleister. Erteilten 2011 noch 27 Prozent der Befragten Kontraktlogistikaufträge, hat sich der Wert 2017 fast halbiert (16 Prozent). Die Anzahl der Unternehmen, die die Aufträge überwiegend an chinesische Dienstleister vergeben, ist von 62 Prozent auf 28 Prozent gesunken. Nicht-chinesische Dienstleister konnten ein Viertel der Aufträge halten. Hauptgrund für die Abwicklung in Eigenregie: Interne Strukturen haben sich bei 65 Prozent der Befragten als effizienter erwiesen

Ein wesentlicher Grund für den Insourcing-Trend: In einigen Schlüsselqualifikationen haben die chinesischen Dienstleister in den vergangenen sechs Jahren kaum Fortschritte gemacht. Dies gilt für Mitarbeiterqualifikation oder Qualitätsmanagement.

Unzufriedenheit mit chinesischen Zolldienstleistern

Von 57 Prozent im Jahr 2011 auf aktuell 49 Prozent gesunken, ist der Anteil der Unternehmen, deren Zufriedenheit mit ihrer Zollabwicklung hoch war. Dabei liegt die Zufriedenheit bei Unternehmen, die dieses Thema in eigener Regie behandeln, über dem Durchschnitt. Das gleiche gilt für Unternehmen, die ihre Zollabwicklung internationalen Logistikdienstleistern überlassen. Sehr schlechte Werte erhalten die Zolldienstleistungen von chineschischen Logistikfirmen. 

Ähnliche Artikel

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen