Case Study

Erema: Wettbewerbsvorteile dank AEB-Software

Der Hersteller von Recyclinganlagen Erema versendet seine Anlagen mit Präferenz und sichert sich so Wettbewerbsvorteile beim Export. Dank der in das SAP®-ERP-System integrierten Software kann die Logistik proaktiv agieren und die bestellte Ware ohne Zeitverzug ausliefern.

Franziska Widmaier 25.10.2017

Wer Sportunterwäsche oder eine Jacke mit Polyester-Innenfutter trägt, ist sich wahrscheinlich nicht bewusst, dass diese Kleidung aus einer ehemaligen Wasserflasche entstanden sein könnte. Steht im Label „Polyester“, ist Polyethylenterephthalat verarbeitet, das aus dem Granulat von recycelten PET-Flaschen gewonnen werden kann.

Hohe Exportquote und viele Ersatzteilsendungen

Die für diesen Prozess notwendige Technologie kommt häufig von der Erema GmbH. Das österreichische Unternehmen stellt Recycling-Anlagen für die Kunststoffaufbereitung her. Seine Kunden – Verwert- und Sammelbetriebe und Hersteller, die selbst Kunststoff wiederaufbereiten – sitzen auf der ganzen Welt. Erema hat eine Exportquote von 98 % in mehr als 70 verschiedene Länder mit den Hauptmärkten USA, Europa und Asien. Etwa 60 % des Sendungsvolumens fällt auf den Export in Drittländer. 40 % der Kunden haben ihren Sitz in der EU, die Hauptmärkte sind hier vor allem Deutschland, England und Spanien.

Etwa 20 neue Anlagen verschickt  Erema im Monat, hinzu kommen  900 bis 1.000 Ersatzteilsendungen, die das Werk in Ansfelden bei Linz pro Monat verlassen. Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2013/2014 bei 115 Mio. Euro.

Präferenznachweise effizient verwalten

Um ihren Kunden bestmöglichen Service zu bieten, hat sich die Geschäftsführung von Erema entschieden, Präferenznachweise auszustellen und alle dafür notwendigen Daten für die Nachweisführung zu verwalten. Damit können Handelswaren und die eigenentwickelten und gefertigten Anlagen präferenzbegünstigt in Länder exportiert werden, mit denen die EU Präferenzabkommen unterhält, zum Beispiel Chile, Mexiko, Israel, Südafrika oder der Schweiz. Kunden von Erema in diesen Ländern müssen dann keinen Importzoll zahlen. 

„Würden wir ohne Ursprungserklärung auf der Rechnung versenden, müsste ein Kunde in Israel noch 8 oder 10 % Zoll einplanen“, erläutert Andreas Steger, Logistikleiter bei Erema. „Bei einer Anlage, die 1,5 Mio. Euro kostet, ist das eine beträchtliche Summe. Und selbst bei einem Ersatzteil für 10.000 Euro sind Kunden froh, wenn sie keine 800 Euro Zoll extra zahlen müssen.“ Viele der Kunden von Erema erwarten daher, dass sie die bestellten Waren präferenzbegünstigt erhalten.

Die Nutzung von Präferenzen ist allerdings mit einem hohen administrativen Aufwand verbunden, vor allem wenn es darum geht, Lieferantenerklärungen anzufordern und zu verwalten. Daher wünschte sich Markus Wurdinger vom Erema Management eine IT-Unterstützung, die die Handhabung für seine Mitarbeiter erleichtert. „Wir kannten die AEB, weil wir bereits deren Compliance-Software eingeführt hatten. Und da sich AEB‘s Software für die Abwicklung von Warenursprung und Präferenzen (WuP) und für Tarifierung jeweils direkt in SAP® integrieren lässt, haben wir uns auch bei dieser Prozessunterstützung für AEB-Software entschieden“, erklärt Markus Wurdinger. 

Erema: Dank der in das SAP®-ERP-System integrierten Software können die Logistikmitarbeiter proaktiv agieren und die bestellte Ware ohne Zeitverzug ausliefern.
Erema: Dank der in das SAP®-ERP-System integrierten Software können die Logistikmitarbeiter proaktiv agieren und die bestellte Ware ohne Zeitverzug ausliefern.

Ohne Hektik und langes Suchen – alle Informationen stets im Zugriff

Der Einsatz der WuP-Software von AEB hat für die Logistikabteilung große Vorteile – sie kann proaktiv reagieren und die bestellte Ware ohne Zeitverzug ausliefern. Anhand der Lösung haben die Mitarbeiter in der Logistik schon frühzeitig Einblick, wenn ein Auftrag mit Präferenz verschickt werden soll und ob der Nachweis ausgestellt werden kann. Andreas Steger ist froh darüber, dass seine Mitarbeiter nun vorausschauend arbeiten können: „Früher konnten die Kollegen mit der Bearbeitung erst anfangen, wenn die Ware schon in der Logistik stand. Unter Umständen  dauerte es dann zwei oder drei Tage, bis die richtigen Lieferantenerklärungen vorhanden waren und die Ware mit Präferenznachweis verschickt werden konnte.“

Die Mitarbeiter müssen heute nicht mehr lange in den Regalen nach den richtigen Ordnern und der richtigen Information fahnden. Für jedes Teil, das verbaut wird, und jedes Ersatzteil ist im System eingepflegt, ob eine Lieferantenerklärung (LE) vorhanden ist. Auch alle Länder, mit denen Präferenzabkommen bestehen, sind elektronisch erfasst. Immer wenn es neue Abkommen gibt oder neue Länder zu bestehenden Abkommen beitreten, wird dies durch einen Datenservice der AEB automatisch zum Stichtag in der Software aktualisiert und die Langzeitlieferanten- und Ursprungserklärungen werden entsprechend angepasst. 

Laut Steger liegen die Vorteile der Lösung darin, dass Erema die Bearbeitungszeiten verkürzen konnte, Waren nun ohne Verzögerung versendet und alle Informationen nachhaltig und präzise gepflegt werden.

Material  schneller eingereiht dank Classification-Software

Die korrekte Zuordnung zur richtigen Warennummer ist die Basis für die Berechnung von Zöllen und Steuern. Erema hat ein großes Produktportfolio und fertigt seine Anlagen individuell nach Kundenwunsch. Eine Recycling-Anlage besteht im Schnitt aus 200 Baugruppen, dabei können bis zu 3.000 Materialnummern verbaut sein. In den Stammdaten im ERP-System sind über 100.000 Artikelnummern gepflegt. Bauteile, die von der Norm abweichen, werden neu konstruiert, gezeichnet und von externen Fertigungsbetrieben gefertigt. Daher kann es sein, dass am Tag 20 bis 30 neue Materialien dazukommen, die korrekt eingereiht werden müssen. Das ist mal mehr oder weniger schwer.

Die AEB-Software unterstützt seit 2014 die Mitarbeiter der Logistikabteilung beim Finden der richtigen Warennummer. Während man früher online im Elektronischen Zolltarif recherchieren musste, sind mit der Classification-Software alle Informationen direkt im SAP®-System im Zugriff. Die Software listet übersichtlich alle zu bearbeitenden Materialien auf und zeigt Vorschläge für die Zolltarifnummer an. „Der Mitarbeiter hat nicht mehr drei Masken gleichzeitig offen, sondern kann direkt in SAP® arbeiten. Er muss die von der Software vorgeschlagenen Tarifnummern nur noch prüfen und bestätigen“, äußert sich Steger zufrieden über die nun einfachere und schnellere Abwicklung. 

Erema produziert kundenindividuelle Anlagen mit über 3.000 verbauten Materialnummern. Bei der korrekten Einreihung unterstützt AEB-Software.

Rechtssicherer Export

Für Markus Wurdinger hat auch das Thema Rechtssicherheit einen hohen Stellenwert. Daher war es ihm wichtig, dass alle Mitarbeiter die nötige Softwareunterstützung erhalten, um die Exportkontrollgesetze einzuhalten. Auch hier unterstützt eine AEB-Software Erema. „Unser Vertrieb kann  bereits vor Angebotserstellung prüfen, ob Länderembargos bestehen, ob eine Genehmigungspflicht besteht und ob der potenzielle Auftraggeber überhaupt beliefert werden darf“, erklärt Wurdinger. Es gibt im Durchschnitt zwei bis drei Treffermeldungen pro Tag, die bearbeitet werden müssen. 

Erema nutzt die Screening-Lösung auch für manuelle Abfragen, beispielsweise um Besucher zu überprüfen oder Banken, die nicht in SAP® angelegt sind.

Mit der Nutzung der AEB-Software für Exportkontrolle, Tarifierung und der Verwaltung von Lieferantenerklärungen hat Erema seine logistischen Prozesse abgesichert. Die Mitarbeiter in der Logistik benötigen für die administrative Arbeit deutlich weniger Zeit und können die Waren schneller auf den Weg bringen.

Über die Autorin
Franziska Widmaier
Franziska Widmaier ist Redakteurin und im Bereich Corporate Communications tätig. Als #twitterperle betreut sie außerdem die Social-Media-Kanäle bei AEB. Die Kommunikationswissenschaftlerin ist seit 2013 bei AEB und schreibt am liebsten über die neuesten Trends in Logistik und IT.

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