Handelskonflikte

Zoll-Rüsten zwischen USA und China

USA und China kündigen immer neue Strafzölle an. Seit 6. Juli bzw. 23. August werden in den USA zusätzliche Zölle von 25 % auf bestimmte Produkte mit Ursprung in China erhoben. Seit 24. September wendet auch die Volksrepublik China Zusatzzölle an. Ein Überblick.

Björn Helmke 08.10.2018

Das Ping-Pong-Spiel zwischen den USA und China um Strafzölle und entsprechende Vergeltungsmaßnahmen geht weiter. Als vorläufig letzte Eskalationsstufe hat die VR China Strafzölle auf Waren aus den USA mit einem Einfuhrwert von ca. 60 Mrd. US$ erlassen. Bei den Produkten aus den USA, die seit 24. September 2018 mit einem zusätzlichen Zollsatz belegt sind, handelt sich im Wesentlichen um Agrarwaren, mineralische Grundstoffe, Metalle, Pharmazeutische und chemische Erzeugnisse, Kunststoffe, Leder- und Pelzwaren, Holz, Papierwaren, Textilien und Bekleidung. Außerdem sind Waren des Maschinenbaus, Elektrotechnik, Möbel und Sportgeräte betroffen.

Die Liste mit allen chinesischen Strafzöllen zwischen 5 % bis 25 % sind bei GTAI verlinkt (Listen werden in chinesischer Sprache geführt, die Warennummern sind aber in arabischen Zahlen aufgeführt).

Maßnahmen der USA

Zuvor hatten die USA an der Zollschraube gedreht: Für 1.097 Waren aus China mit einem Importwert von rund 50 Milliarden US Dollar gilt in den USA bereits seit 6. Juli bzw. 23. August ein Strafzoll von 25 %. Seit 24. September gilt für über 5700 weitere Produkte ein Strafzoll von 10 %, der zum 1. Januar 2019 auf 25 % angehoben werden soll. Die Maßnahme wurde in Kapitel 99 unter den Positionen 9903.88.01-04 in den US-Zolltarif eingefügt. Warensendungen mit Ursprung in China, deren Wert die in den USA geltende Freigrenze für kommerzielle Kleinsendungen (de minimis value) von 800 US Dollar nicht übersteigt, sind nach Angaben der US-Zollbehörde Customs and Border Protection von den derzeit geltenden Zusatzzöllen aufgrund von Abschnitt 301 des „Trade Act of 1974“ (section 301 duties) ausgenommen.

>> Teil 1 der Liste mit 818 Zolltarifnummern gilt seit 6. Juli
>> Teil 2 der Liste wurde überprüft, seit 23. August gilt der Zusatzzoll auch für diese 279 Produkte
>> Liste der Waren chinesischen Ursprungs, für die seit 24. September ein Zusatzzoll erhoben wird
>> Details zum Antragsverfahren auf Ausnahmen

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Bei steigenden Zöllen zwischen den USA und der Volksrepublik China können sich neben den negativen Auswirkungen auf den globalen Handel auch einzelne Wettbewerbsvorteile für deutsche Unternehmen ergeben: Sowohl auf dem US-amerikanischen Markt als auch in der Volksrepublik China verändert sich das Preisverhältnis zu chinesischen bzw. amerikanischen Produkten. Eine Chance für Sie?

Über den Autor
Björn Helmke
Björn Helmke arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Fachredakteur in den Themenbereichen Transport und Logistik. Seit zwei Jahren schreibt der Betriebswirt (WA) mit wachsender Begeisterung über praxisbezogene Themen in der Außenwirtschaft. Sein Anspruch: Auch bei Fachthemen Lesespaß und Nutzen unter einen Hut bekommen.

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