Studie

Psychologie der Digitalisierung

Obwohl „Digitalisierung“ und „Industrie 4.0“ die Schlagworte dieser Zeit sind, scheint die digitale Transformation im deutschen Mittelstand kein Selbstläufer zu sein. Aber woran liegt das? Die Studie „Psychologie der Digitalisierung“ liefert Antworten.

Franziska Widmaier 15.03.2017

Digitalisierung beginnt in den Köpfen der Entscheider. Wer die Digitalisierung vorantreiben will, muss also verstehen, was und wie Entscheider über Digitalisierung denken. Im Rahmen einer Studie der Innovation Alliance wurden 500 Entscheider in mittelständischen Unternehmen (> 250 Mitarbeiter) befragt, wie sich Digitalisierung im Unternehmensalltag anfühlt.

Die wichtigsten Ergebnisse: 

Digitalisierung ist beängstigend

Fast die Hälfte der Befragten sieht die digitale Transformation als „Wagnis“ und nahezu jeder dritte Entscheider verbindet negative Gefühle wie „Angst“ und „Einsamkeit“ damit. Die größten Bedenken gibt es in der Produktion (43 %) und im Vertrieb (40 %). Die Bereiche HR (24 %), Fertigung und F&E (jeweils 25 %) sind im Hinblick auf die Digitalisierung recht gelassen. Generell gilt aber trotz gemischter Gefühle für die meisten (75 %): Digitalisierung ist eine rationale Pflichtveranstaltung und muss sein. 

Digitalisierung ist mehr als IT 

Bis vor ein paar Jahren galt noch die einfache Gleichung: Digitalisierung = IT. Das ist nicht mehr so. IT-Entscheider stellen zwar noch die größte Gruppe (21 %), aber bei weitem nicht die Mehrheit. So trifft beispielsweise das Management 15 % und die Produktion 11 % der Digitalisierungsentscheidungen. 

Digitalisierung als Kampf gegen eingefahrene Arbeitsweisen 

Digitalisierung heißt auch: vorhandene Systeme und Arbeitsweisen infrage stellen, neue Wege gehen. 29 % des Managements müssen dafür interne Widerstände überwinden. Auch in den Versand- und Logistikabteilungen sind die Hürden vergleichsweise gering (32 %). Deutlich mehr zu kämpfen haben Sales/Marketing (49 %), Finance/Controlling und Produktion (jeweils 43 %). 

Die schönen Seiten der Digitalisierung 

Nach vorn denken, Freude am Neuen haben, die Dinge verändern. Über alle Unternehmensbereiche hinweg löst die digitale Transformation trotz der bestehenden Ängste auch positive Emotionen aus. Eine Mehrheit der Entscheider empfindet durchaus Freude (63 %) und Spaß (59 %) beim Thema Digitalisierung.

Fazit: 

Für die Digitalisierung im Mittelstand gilt: Die Probleme in den Köpfen sind größer als die technischen Herausforderungen. Nur die wenigsten Entscheider im Mittelstand fühlen sich in der digitalen Transformation wirklich wohl. Aber: Digitalisierung ist Pflicht – in allen Unternehmen und allen Abteilungen.

Franziska Widmaier
Über die Autorin
Franziska Widmaier
Franziska Widmaier ist Redakteurin und im Bereich Corporate Communications tätig. Als #twitterperle betreut sie außerdem die Social-Media-Kanäle bei AEB. Die Kommunikationswissenschaftlerin ist seit 2013 bei AEB und schreibt am liebsten über die neuesten Trends in Logistik und IT.

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