Deutscher Logistik-Kongress

Impulse für die Logistik in der digitalen Welt

Auf dem Deutschen Logistik-Kongress 2017 (DLK) steht die Digitalisierung im Fokus. Unter anderem gibt es erstmals einen Hackathon, an dem auch der Softwareanbieter AEB teilnimmt.

Jens Verstaen 26.09.2017

„Neues denken, Digitales leben: Das bedeutet, Digitalisierung nicht als technologisches Konzept zu verstehen, sondern in ihr den intelligenten Treiber für Veränderungen zu sehen – und sie tatsächlich in der betrieblichen Praxis umzusetzen“, sagt Prof. Raimund Klinkner, der Vorstandsvorsitzende der Bundesvereinigung Logistik, die den Deutschen Logistik Kongress (DLK) veranstaltet. Und genau dafür soll das diesjährige Event vom 25. bis 27. Oktober in Berlin neue Perspektiven eröffnen, Impulse setzen, Denkanstöße und Orientierung geben.
Mehr als 3.000 Fachbesucher können in 65 Stunden Kongressprogramm rund 120 Redner erleben. In Plenumsvorträgen und Podiumsdiskussionen, in den interaktiven LOG.Camps und bei Exkursionen in und bei Berlin werden Themen wie Blockchain, künstliche Intelligenz oder Data Science diskutiert. 

Zudem gibt es 16 Fachsequnzen mit den Themenbereichen „Neues denken“, „Digitales leben“. Mit Detailinformationen und Impulsen für die tägliche Arbeit soll es hier thematisch in die Tiefe gehen. So beschäftigen sich vier Fachsequenzen beispielsweise mit Technologien wie VR, AR, KI – die anders, als man gemeinhin glaubt, bereits rundum einsatzfähig sind und mit neuen Möglichkeiten locken. In den Sequenzen gibt es Tipps für die richtige Auswahl einer digitalen Technologie für das Lager; Praxisbeispiele für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning und eine Einweisung in die Funktionsweise und den Nutzen der Blockchain-Technologie.

DLK 2017: Menschen, Analysen, Debatten

Am Kongress-Mittwoch treffen die Zuhörer im Plenum auf Dr. Frank Appel (Deutsche Post DHL), Prof. Reimund Neugebauer (Fraunhofer-Gesellschaft) und Christoph Keese (Axel Springer). Ihre Themen: Digitalisierung und disruptives Denken. Am selben Tag diskutieren auch Vertreter aus Industrie und Logistikdienstleistung die Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation in Logistik und Supply Chain Management. Welche neuen Technologien sollten eingesetzt werden? Welche Kompetenzen benötigen die Mitarbeiter, und wie lassen sich diese vermitteln? Wo droht Gefahr durch Disruption? In der Diskussionsrunde dabei sind Peter Gerber (Lufthansa Cargo), Dr. Henry Puhl (Still), Dr. Jürgen Wilder (DB Cargo), Boris Winkelmann (DPD) und Dr. Thorsten Winkelmann (Arvato SCM).   

„Think Different from a Global Perspective“ heißt es am Kongress-Donnerstag mit Prof. Robert Blackburn (Hoffmann), Soumitra Bhattacharya (Bosch Group Indien), Nuradin Osman (AGCO) und Prof. Ulrich Weinberg (Hasso Plattner Institut). Zum Abschluss des Kongresses am Freitag sprechen Dr. Richard Lutz (Deutsche Bahn), Tarek Müller (About you) und Martina Koederitz (IBM). 

DLK goes Hackathon

Während des diesjährigen Deutschen Logistik-Kongresses findet zudem der erste BVL-Hackathon statt, bei dem Firmenteams um die beste programmiertechnische Lösung eines datengetriebenen Problems wetteifern. 

Teilnehmen werden Data Scientists und Big Data-Experten für die Bereiche Künstliche Intelligenz und Maschine Learning. Die Problemstellung wird in Teams von zwei bis fünf Personen bearbeitet. Allen am DLK teilnehmenden Firmen, unabhängig von der Branche (Logistikdienstleister, Verlader, IT, Consulting etc.), stand die Nominierung eines Teams offen. 

Los geht es mit dem Hackathon am ersten Kongresstag. Hier steht eine Kick-off-Sequenz für alle Kongressteilnehmer von 15:00 bis 17:00 Uhr auf dem Programm (Conference Center im Hotel Schweizer Hof). Am Donnerstag, 26. Oktober 2017, ist dann ganztägig der eigentliche Hackathon. Die Teilnahme ist nur für angemeldete Teams möglich; alle Kongressteilnehmer haben aber jederzeit Zutritt und können über die Schulter gucken. Am Freitag findet die Abschlusspräsentation und die Vorstellung des Siegerteams statt.

AEB auf dem Kongress – und im Cyber Valley

Auch der Softwareanbieter AEB wird an dem Hackathon mit einem eigenen Team teilnehmen. Zudem zeigt das Unternehmen auf einem Stand sein umfangreiches Lösungsportfolio für Logistik, Außenwirtschaft und Supply Chain Management (Stand FP16, Foyer Potsdam). 

AEB hatte erst kürzlich bei der offiziellen Eröffnung ihrer neuen Unternehmenszentrale den Ausbau der Aktivitäten in Sachen selbstlernende Systeme bekannt gegeben. Ziel ist es, derartige Zukunftstrends frühzeitig aufzugreifen und mitzugestalten. Ein eigenes Team soll das Thema selbstlernende Systeme ab kommendem Jahr vorantreiben. „Mit unserem neuen Headquarter stehen wir mitten im Cyber Valley und werden uns hier als Industriepartner anbieten. Das steht in der Tradition einer intensiven Zusammenarbeit mit lokalen Hochschulen und Universitäten, mit denen wir über Stipendien, Fachseminare und gemeinsame Projekte schon seit vielen Jahren einen intensiven Austausch pflegen“, sagte Geschäftsführer Markus Meißner.

Die Diesel-Diskussion logistisch betrachtet

Neben der Digitalisierung greift der Kongress noch ein anderes hochaktuelles Thema auf: Die Diskussion um gesundheitsschädliche Dieselfahrzeuge. Mehr als 90 % der Nutzfahrzeuge werden derzeit von einem Dieselmotor angetrieben. Die krankmachende Stickoxid- und Feinstaubbelastung kann nur reduziert werden, wenn neben der Industrie und dem Energiesektor auch der Verkehrs- und damit der Logistiksektor einen Beitrag zur Emissionsreduktion leistet. 

Welche Zukunft hat also noch der Dieselantrieb und welche Technologien haben das Potenzial ihn zu ersetzen? Oder wird Deutschland mit Tretroller und Lastenfahrrad in eine automobil- und emissionslose Zukunft fahren? Der Diskussion am ersten Kongresstag stellen sich der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller, Dr.-Ing. Joachim Damasky (VDA), Frank Dohmen (Der Spiegel) und Prof. Achim Kampker (Streetscooter). Die Moderation übernimmt Moritz Döbler, Chefredakteur des Weser-Kuriers. 

Jens Verstaen
Über den Autor
Jens Verstaen
Mehrwert für die Leser kreieren, die Geschichten hinter den Themen finden und die wesentlichen Informationen unterhaltsam aufbereiten – das treibt ihn an. So berichtet Jens Verstaen seit mehr als 15 Jahren vor allem über Supply-Chain- und IT-Themen.

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