Außenwirtschaft

Chancen für asiatisches Freihandelsabkommen wachsen

Nach dem Aus für das Abkommen TPP konzentrieren sich die asiatischen Wirtschaftsmächte auf ein kontinentales Abkommen. Maßgeblich mit dabei ist auch China.

Björn Helmke 18.04.2017

Nach Presseberichten drängt vor allem China auf den Abschluss der Verhandlungen über ein Abkommen zu einer Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) noch in diesem Jahr. An den Gesprächen sind 16 Länder beteiligt, darunter China, Japan, Südkorea, Indien, Indonesien Neuseeland und Australien. Die Chinesen wollen die RCEP-Gespräche sogar in Verhandlungen über eine asiatisch-pazifische Freihandelszone (FTAAP) überführen. Das chinesische Wirtschaftsministerium kündigte an, zudem die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit den Staaten des Kooperationsrates der Golfstaaten (GCC) wieder aufzunehmen. Dem GCC gehören Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Außerdem will China Freihandelsabkommen mit Sri Lanka und den Malediven zügig vorantreiben.

Suche nach neuen Allianzen

Im Falle der RCEP profitiert China von der Suche regionaler Wirtschaftsmächte nach neuen Allianzen, nachdem sich die USA auf Anordnung des neuen US-Präsidenten Donald Trump aus der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) zurückgezogen haben. Allerdings ist der Enthusiasmus über RCEP nicht überall so ausgeprägt wie im Reich der Mitte. Verhandlungsteilnehmer aus Japan, Indonesien und Australien forderten ein „qualitativ hochwertiges Abkommen“, das die Auswirkungen auf Sozialstandards, Menschenrechte, Umwelt und Gesundheit berücksichtigen müsse. Kritik gibt es unter anderem an Regelungen im Patentrecht, die armen Ländern den Zugang zu kostengünstigen Medikamenten erschweren. Einige Medien sehen vor diesem Hintergrund die Verhandlungen an einem kritischen Punkt.

Chance für Freihandel mit Japan

Anlässlich der Computermesse CeBIT sprachen sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe für einen raschen Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen Japan und der EU aus. „In Zeiten, wo wir über freien Handel, offene Grenzen und demokratische Werte mit vielen streiten müssen, ist es ein gutes Zeichen, dass Japan und Deutschland darüber nicht streiten“, sagte Merkel. Deutschland fühle sich diesen Prinzipien auch während der G20-Präsidentschaft besonders verpflichtet.

Björn Helmke
Über den Autor
Björn Helmke
Björn Helmke arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Fachredakteur in den Themenbereichen Transport und Logistik. Seit zwei Jahren schreibt der Betriebswirt (WA) mit wachsender Begeisterung über praxisbezogene Themen in der Außenwirtschaft. Sein Anspruch: Auch bei Fachthemen Lesespaß und Nutzen unter einen Hut bekommen.

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