Interview

Digitalisierung: So agieren Sie erfolgreich

Warum sind Digitalisierungsprojekte im Zoll- und Außenwirtschaftsumfeld immer wichtiger – und wie lassen sich die ersten Schritte erfolgreich gestalten? AEB-Zollexperte Dr. Ulrich Lison gibt wertvolle Tipps.

Björn Helmke 04.02.2019

Die aktuelle Global Trade Management Studie von AEB und der Digitalen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart zeigt es: Die große Mehrzahl der Unternehmen hat die Potenziale der Digitalisierung von Zoll- und Außenwirtschaftsprozessen längst erkannt. In einem Videointerview verrät Studienautor und AEB-Zollexperte Dr. Ulrich Lison, wo die Nutzenpotenziale von Digitalisierungsprojekten im Zollbereich liegen – und mit welchen Hindernissen die Unternehmen zu kämpfen haben.

Sechs Tipps für die ersten Digitalisierungsschritte

Lison gibt außerdem sechs Tipps für die ersten Digitalisierungsschritte im Außenwirtschaftsumfeld:

  • Am Mindset arbeiten: Digitalisierung fängt im Kopf an. Unternehmen müssen ihr Verständnis schärfen, welche Bedeutung Digitalisierung für den Unternehmenserfolg hat. Auf allen Ebenen – vom Management bis zum Sachbearbeiter.
  • Digital first – Übertragen auf die Außenwirtschaft bedeutet das: Bei allen Überlegungen zu Prozessen, muss zunächst die Frage im Raum stehen, ob bzw. wie sich der Prozess elektronisch abbilden lässt.
  • Einfach und schnell starten. Unternehmen sollten nach Quick Wins schauen. Einfache, kleine Projekte umsetzen (z. B. Automatisierung in der Exportabwicklung, Dashboard von Außenwirtschaftsdaten), die einen schnellen Return erzielen und das Sammeln von Digitalisierungserfahrungen ermöglichen.
  • Im Unternehmen mit der Digitalisierung beginnen und dann nach außen gehen. Immer dann, wenn Unternehmen Dritte miteinbeziehen, kann es kompliziert werden. Insofern sollten zunächst Projekte innerhalb des Unternehmens umgesetzt werden.
  • Plattformen nutzen. Werden Digitalisierungsprojekte mit Lieferanten, Kunden oder Dienstleistern umgesetzt, sollten möglichst Plattformen genutzt werden, um die Integration schnell und effizient umzusetzen. Dies reduziert auch die Transaktionskosten, wenn sich die Beziehungen zu dem Dritten ändern wie beispielsweise beim Wechsel des Zollbrokers.
  • Startup-Methoden nutzen. Unternehmen sollten sich im Digitalisierungsumfeld Startup-Methoden zunutze machen, um Lösungen schnell zu finden und umzusetzen. Dazu gehört unter anderem agiles Projektmanagement oder Vorgehensweisen wie Design Thinking.

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Auf dem Sprung zur digitalen Zollabwicklung

Wo stehen Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Zollprozesse? Welche Ziele und Strategien verfolgen sie? Wo liegen ihre Prioritäten? Und welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf das Broker Management? Die aktuelle Studie der AEB und DHBW Stuttgart gibt Antworten. 





Björn Helmke
Über den Autor
Björn Helmke
Björn Helmke arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Fachredakteur in den Themenbereichen Transport und Logistik. Seit zwei Jahren schreibt der Betriebswirt (WA) mit wachsender Begeisterung über praxisbezogene Themen in der Außenwirtschaft. Sein Anspruch: Auch bei Fachthemen Lesespaß und Nutzen unter einen Hut bekommen.

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