Außenhandel

Einfuhr Schweiz: Die Importzölle sollen abgeschafft werden

Der Schweizer Bundesrat hat für die vollständige Aussetzung von Importzöllen auf Industriegüter gestimmt. Passiert das Vorhaben das Parlament, könnten ab 2022 in Sachen „Einfuhr Schweiz“ keine Importzölle mehr fällig werden.

Ein erster Schritt auf die Abschaffung der Importzölle in Sachen „Einfuhr Schweiz“ fand bereits im Juli 2019 statt. Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits für 522 textile Vor- und Zwischenprodukte der Importzoll auf 0 % gesenkt. 

Der Entfall der Zölle führt dazu, dass die Schweizer Industrie ohne administrativen Aufwand bei Zollverfahren wie im aktiven oder passiven Veredelungsverkehr konkurrenzfähiger im europäischen Wettbewerb auftreten kann. Einige Zollreduktionen waren an den Verwendungszweck gebunden, auch dies muss dadurch nicht mehr gemeldet werden.

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Einfuhr Schweiz: Vollständige Senkung für Industriegüter

Damit wird ein weiterer Teil des beschlossenen Maßnahmenpakets aus dem Dezember 2017 umgesetzt. Dieses soll der Tatsache entgegenwirken, dass die Schweiz eine „Hochpreisinsel“ ist. Der geringere Aufwand und die günstigeren Importpreise sollen sich auch auf den Endverbraucher auswirken. Unmittelbar spürbar wird dies für Konsumenten, die bei direkten EU-Bestellungen keine Zölle mehr zahlen auf Gebrauchsgegenstände wie Fahrräder, Haushaltsgeräte, Autos oder Kleidung.

Der Schweizer Bundesrat geht davon aus, dass der Wegfall von 560 Mio. Franken an Zolleinnahmen in Sachen Einfuhr Schweiz (inkl. Automobil- und Mehrwertsteuer) durch ein höheres Handelsaufkommen kompensiert wird. Erwartet werden bis zu 860 Mio. Franken an zusätzlichen Steuereinnahmen.

Gewinner sind Schweizer Unternehmen

Mit der Änderung in Sachen „Einfuhr Schweiz“ werden die Schweizer Einkäufer oder Verarbeiter ab Anfang des Jahres 2022 freier in der Wahl ihrer Vormaterialien, gleichzeitig reduzieren sich administrative Aufwände. Der Aufwand der Verzollung hingegen bleibt bestehen. Dass keine Zölle anfallen bedeutet nicht, dass keine Verzollung stattfindet.

Das müssen deutsche Unternehmen wissen

Die Konkurrenz auf dem Weltmarkt wird größer. Vorteile, die sich für Zulieferer im Rahmen des Allgemeinen Präferenzsystems oder von Freihandelsabkommen ergeben, sind dann nur noch bei Waren ausschlaggebend, die ein Schweizer Unternehmen anschließend mit Kumulierung oder nach Minimalbehandlungen präferenzrechtlich weiter handelt. Hier greifen weiter die Bestimmungen aus den Freihandelsabkommen.

Deutsche Unternehmen können hingegen mit dem Geschäftspartner abstimmen, ob bei Lieferungen Präferenznachweise erforderlich sind. Sollte die Ware in der Schweiz verbleiben, entfallen hier gegebenenfalls Aufwände auch für die Zulieferer.

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